Zu spät ins Bett. Um fünf Uhr der Wecker. Sieben Uhr im Parkhaus in Köln. Der Zug pünktlich.
Mit knapp 300 km/h neben der A 3 nach Frankfurt. Ich liebe es. Die Geschwindigkeit viel schöner als im Auto. Gut, auf dem Rad mit sechzig, siebig hat auch was. Aber das hier ist einfach bequemer. Das leichte Schaukeln beruhigt. Die Autos bleiben wie Schnecken zurück. Ich schwebe.

Wie ein braver Hund. Foto Michael Diezun
Mit diesem ICE bin ich nach Frankfurt / Flughafen gefahren auf dem Weg nach Südafrika. Aufgeregt und etwas schwermütig. Ich wusste nicht, ob ich meine alten Eltern noch mal lebend sehen würde, ob ich jemals wollen würde, nach Deutschland zurückzukehren. Bei den Besuchen im Rheinland immer wieder dieser Zug ab Flughafen – und dieser Zug zurück zum Nachtflug nach Johannesburg. Am Flughafen noch eine Currywurst vor dem langen Flugsteig Z. Und dann nach zehn Uhr der Start Richtung Süden und über Afrika aufwachen. Ich war mir nicht sicher, wo ich mich mehr zuhause fühlte, in Johannesburg oder im Rheinland. Aber dieser ICE war wie eine antike hölzerne Barke mit Segel, die meine beiden Welten verbunden hat. Vielleicht bin ich in diesem ICE zuhause. Wieder dröhnt er im Tunnel und bei über zweihundert schwankt er leicht von links nach rechts, von rechts nach links, fängt sich wieder.
Als wir aus dem Taunus hinunter zum Main stürzen, dunkler Himmel über Frankfurt, die Flugzeuge unter den Wolken von der Sonne angeleuchtet wie eine blitzende Perlenkette. – Es ist viel zu früh am Morgen für den Flug nach Afrika. Wir verlassen den Flughafen Fernbahnhof. Wien. Vier Monate unterwegs und unbehaust und nicht Zuhausesein.


In den 4 Monaten die Du unterwegs sein wirst fühlt Du Dich vielleicht irgendwann in den Bergen zuhause … aufwachen, Rucksack packen, frühstücken, Schuhe schnüren und los in „Deine“ Berge. Und wir, Deine Freunde, dürfen Dich, zumindest in Gedanken, begleiten. Danke dafür.
Ok, „meine Berg“, das klingt gut! Noch einmal schlafen … Am Freitag oder Samstag mehr.