Alpenüberquerung Wien-Nizza, 17.06.26
19,7 km, 933 hm rauf, 1.525 hm runter, 7:48 h
„Pole, pole!“ So hieß es am Kilimandscharo. Heute wichtig für uns: „Langsam, langsam!“ Wir sind noch müde von gestern und Christoph fehlt ein Abendessen. Also schrauben wir uns langsam zur Oberen Bischofalm hoch, dann eine Fährstraße wieder runter, um den Aufstieg zum Köderkopf (2.167) zu beginnen. Ein sehr schöner Weg, der in der Wand des Promos / Blausteins (2.149) auf einem Band emporführt. Der Pad ist sehr schmal, wird wegen der Schwarzerlen, anderen Büschen und dicker Grasbüschel noch schmaler und ist sehr ausgesetzt. Wenn Bäche oder Steinschlag den Weg unterbrechen, helfen Sicherungsseile über die ausgesetzten Meter. Ich bin heilfroh, als wir aus dem Teil raus sind. Es ist anstrengend ununterbrochen hoch konzentriert zu sein.

Endlich geht es über freundlich rot violette Almrosenhänge zum Köderkopf hinauf.
Auf der anderen Seite geht es über noch immer sehr steile, aber nicht mehr ausgesetzte Wiesenhänge wieder bergab, Richtung Plöckenpass. Schilder weisen auf das „Plöckenhaus“ hin.
Auf dem Weg Fuchskot auf dem Schmetterlinge sitzen – wahrscheinlich brauchen sie das Salz.

Uns begegnen andere, sehr sportliche und junge Wanderer, die heute eineinhalb Etappen auf dem Karnischen Höhenweg laufen wollen.
Wir hoffen auf der Oberen Spielbodenalm etwas zu essen und zu trinken zu bekommen. Wir hören Sägen und Hämmern sehen aber keine Schirme mit der Gössen-Bierwerbung.
In der Tränke liegen eine unüberschaubare Menge an Bier- und einigen Schnapsflaschen zum Kühlen. Wir steigen weiter ab.
Der Abstieg wird wieder sehr steil, aber deshalb auch schnell. Auf allen Schildern wird jetzt das Plöckenhaus angekündigt. Wir hoffen!
Als wir endlich auf dem Talboden angekommen sind, macht uns die Hitze zu schaffen. Motorradlärm, Lastwagen, Autos – der Plöckenpass. Im Ersten Weltkrieg bitter umkämpft zwischen Österreichern und Italienern.
Dann das Plökenhaus: Die Fenster vernagelt, der Biergarten voller Unkraut. Beryl meldet sich – wir haben endlich wieder Empfang – und wir schicken ihr ein Selfie – sie bemitleidet uns noch am nächsten Tag.

Wir raffen uns auf, nur noch 140 Meter raus, 160 runter, gut eine Stunde, dann sollten wir die Valentinalm erreichen. Als wir zur Hütte aufsteigen, sehr viele Bienenstöcke und – was ich noch nicht Kanne – besondere Kisten in denen Bienenkönige heranwachsen. Die Wirte erklären, dass hier auf der Alm ein Spezialist für die Zucht von Bienenköniginnen arbeitet. Die Königinnen werden in die halbe Welt exportiert.


Aufgrund des Selfis vermute ich, dass Du an Muskelmasse zugenommen hast und bei der nächsten Pasta nicht die kleine Portion wählen musst. 😁
Was ist denn das für ein Indianer im Hintergrund auf dem Selfie? 😂