Rifugio Sasso Nero, Chiesa, Valmalenco – Maloja, Graubünden

Alpenüberquerung Wien – Nizza, WN 5.14, 23.07.26

27,7 km, 1.134 hm rauf, 875 hm runter, 6:45 / 7:30 h

Gestern Abend musste ich vom Restaurant ja wieder hoch zum Rif Sasso Nero und kam an der Straße an diesem schönen, alten Fiat vorbei. Aber fahren würde ich darin lieber nicht. Eine Karambolage mit einem SUV würde man darin nicht überleben. Aber schön sieht er aus.

Der Wirt vom Sasso Nero war wirklich sehr hilfreich, gestern und heute morgen: Um sieben brachte er mir Rührei und gebratenen Speck und alles, was ich brauchte, um in die Schuhe zu kommen.

Ein Stück Asphalt, dann auf dem alten Weg nach Chiaveggio. Ein Reiter war vor mir unterwegs. Der Weg ist gut erhalten, weil er im Winter für die Langläufer genutzt  wird – der Wintersport rettet uns Wanderer den Weg. Dann ging es auf einem alten Handelsweg bergauf. Eine junge Wanderin mit Tagesrucksäcke und ein Radfahrer überholten mich. Wieder wie gestern und vorgestern habe ich alte Männer getroffen, die ruhigen Schrittes nach oben stiegen – mit “alt” meine ich, deutlich über siebzig. Eindrücklich, dass die sich an einen 1.000 m Aufstieg machen – vielleicht nicht bis ganz zum Pass, aber sie sind mit großer körperlicher Anstrengung unterwegs.

Dann treffe ich eine Ziegenhirtin mit ihren zwei Hunden. Zu blöd, dass ich mich nicht traue, sie zu fragen, ob ich sie fotografieren darf. Andrerseits, bis ein gutes Foto entsteht, braucht es mindestens eine halbe Stunde.

Insgesamt ist es kalt, aber jetzt im Aufstieg kommt noch der eiskalte, fast stürmische Wind, der vom Pass runter weht. Ich friere und ziehe bald – trotz Aufstieg – wieder den Pullover an. Der Weg zum Pass ist ein alter Handelsweg und deshalb gut ausgebaut. Später wundere ich mich, dass er auf schweizer Seite nicht erhalten ist – Muren,  Steinschlag?

Blick zum Pass hinauf.

Ich habe einen neuen Lieblingsstein: Schwarz und sehr schwer – keine Ahnung, was das ist. Basalt jedenfalls nicht.

Endlich bin ich am Passo del Muretta. Nun geht es in einer Rinne runter, steil und etwas rutschig – aber es geht. Dann geht der Weg nahtlos in Blockgelände über. Fast sechshundert Meter Abstieg über Blöcke, nur selten von kurzen “normalen” Wegabschnitten unterbrochen. Ganz schön anstrengend, immer hochkonzentriert zu bleiben und von Block zu Block treten.

Blick zurück auf die Rinne. Sieht aus der Ferne ziemlich harmlos aus.

Als ich endlich unten auf der ersten Alm bin, muss ich auf einer alterschwachen Brücke über den Fluß. Als ich den Pfosten greife, an dem das Geländerseil befestigt ist, habe ich den Pfosten in der Hand. Liebe Schweizer, diese Brücke ist baufällig.

Dann zieht es sich noch bis ich endlich in Maloja ankomme.

Ein Kommentar

  1. Lieber Michael, heute bin ich wieder „ein paar Tage mit Dir gewandert“, ich bin abgetaucht in Deine Welt, habe für ein paar Minuten alles um mich herum vergessen(während es hier gerade etwas trubelig und nicht immer schön ist😔) … eine schöne Auszeit. Danke dafür. So weit bist Du schon gekommen, hast so viel erlebt,bist so fern und in Gedanken doch auch so nah. Weiterhin „mach et jot“🫂

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