Alpenüberquerung Wien – Nizza, 23.06.26
8,8 km, 783 hm rauf, 783 hm runter, 5 h
Es ist schon gut, dass es für alle Gäste in Innichen ein Busticket gibt: Der Bus ist bis auf den letzten Stehplatz voll. Wenn alle, die im Bus sitzen, mit dem eigenen Auto ins Fischleintal oder zum Kreuzbergpass fahren würden, gäbe es ein Verkehrschaos wie in Köln.
Die Busfahrerin und auf der Rückfahrt der Busfahrer haben einen beeindruckenden Fahrstil. Vor der Steigung wird das Gaspedal getreten, damit die Automatik runterschaltet und der Bus beschleunigt. Die Kurven schneidet der Bus, dass nicht einmal ein Spatz auf der Gegenfahrbahn überleben würde. Vor den Serpentinen aber wird so sanft gebremst, dass man die Seitenbeschleunigung nicht merkt, dafür nach der Hälfte der Kurve die Beschleunigung, so dass man unbedingt den Haltegriff greifen muss. Interessant!

Die Kletterei im Klettersteig war schön. Der Klettersteig am Arzalpenturm ist gut eingerichtet und intelligent durch den nicht ganz festen Dolomit gelegt. An der Kante sehr exponiert und mit grandiosem Tiefblick und überraschend an der Stelle, wo man abwärts klettern muss – das habe ich noch nicht häufig auf einem Klettersteig gemacht.

Als wir oben sind, sind wir ziemlich erschöpft und darüber doch überrascht. Sollten wir nicht fit sein, nach Wochen in den Bergen? Aber Klettern im Klettersteig ist eine andere Disziplin als Wandern; dass wir wander-fit sind, heißt leider nicht, dass wir auch Klettersteige wie junge Elfen hochschweben.
Was heißt das für die Planung der nächsten Tage in den Dolomiten? Einen ganz langen und schweren Klettersteig haben wir schon gestrichen, den von der Berti- zur Carduccihütte – auch weil die Carduccihütte uns mitteilte, dass sie noch nicht geöffnet hat. Allerdings hat sie heute gemailt, dass wir willkommen seien.
Wir schauen uns das noch einen Tag an, bevor wir über die Klettersteige entscheiden.


Es gibt ja Kletterer, für die sind Klettersteige Teufelszeug. Schön, dass ihr da offener seid.