WN 1.2 – Schwarzkiefern und Pech

Das Frühstück im Gasthof Martinek war hervorragend! Dann hinaus in die Kälte. In der Nacht hatte es wieder heftig geregnet und es wehte ein starker Wind. Auf dem Weg aus Baden raus bin ich an einem interessanten und sehr langen Eisenbahnviadukt vorbeigekommen. Aber weil daneben die Umgehungsstraße verläuft, lässt es sich nicht fotografieren. Die Steinbruchstraße hinauf zum alten Steinbruch und dann mitten im Wald.

Aber keine Buchen und Eichen, die doch hier hingehören, sondern Kiefern – angepflanzt in Reih und Glied. Hinweis darauf, dass der Wald übernutzt, überweidet wurde und all der Humus verloren gegangen ist?

Ganz falsch: Die Schwarz Kiefern wurden gepflanzt, um das Harz zu gewinnen und daraus Pech herzustellen. Das war um ein Vielfaches ergiebiger als der Holzverkauf:

Vor einiger Zeit gab es ein Computerspiel, ich meine, das hieß Patrizier und stellte die Handelsbeziehungen der Hanse dar. Und da konnte man auch Pech (allerdings aus der Verkohlung von Birken hergestellt) aufkaufen und zum vier bis sechsfachen Preis verkaufen. Der Gewinn lag wohl auch damals eher im Handel mit dem Pech.

Um 1960 war Schluss damit – wie auf der Tafel steht – und das muss sehr disruptiv erfolgt sein, das Ende der Harz / Pechproduktion: Auf dem Henninger, einem Plateau über Mark Piesting hingen noch die Eimerchen an den Bäumen.

Es gab wieder einige Asphaltstücke, aber sonst waren die Wege eindrücklich und schön – auch wenn es manche Wege nicht mehr gibt und ich plötzlich im Unterholz stand.

Die meiste Zeit bin ich am Hang über der Ebene unten gelaufen und habe einige dieser tiefengeschnittenen Trockentäler gequert und in einem bin ich auf Geschiebe, durch Wasser abgerundete Kiesel aus Kalk- und rotem Sandsteine gestoßen. Ob in der Eiszeit in den Trockentäler richtige Flüsse waren, die die Steine rundgeschliffen haben? Über roten Sandstein bin ich kurz danach auch gelaufen.

Aber noch interessanter war ein Stück Fels den der Wegebau freigelegt hatte:

Auf dem Ausschnitt kann man – hoffentlich – im Kalkstein scharfkantige Kalk rocken und -bröckchen erkennen: Nicht die Steinchen auf der Platte, sondern in der Platte! Vielleicht ist diese Platte am Fuß des viel höheren Korallenriffs entstanden und hat deshalb das, was vom Riff abgebrochen ist, eingesammelt und bis heute aufbewahrt.

Ich habe noch eine merkwürdig gestreifte schwarze Nacktschnecke gefunden – gestern hatten die Nacktschnecken noch Punkte. Und einen Hasen habe ich auf dem Weg getroffen – der war aber schneller weg als die Schnecken.

Und dann will ich noch etwas ausprobieren:

Es war sehr kalt und sehr windig!

Ein Kommentar

  1. Die Schnecke war ein Schwarzer Schnegel. Die Art gilt in Oberösterreich als potentiell gefährdet. Da hast Du etwas seltenes gesichtet, also immer schön aufmerksam bleiben (Deine Leser danken es Dir 😊).
    Der Test mit dem Video hat auch funktioniert!

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