WN 2.13 – Nockalm, Turracher Höhe – Bad Kleinkirchheim

23,7 km, 227 hm rauf, 941 hm runter, 5:17 reine Gehzeit

Das Frühstück war genial. Eier im Glas, was für eine tolle Idee, sieht gut aus und macht aus einem gekochtem Ei ein Event. Und das Birchermüsli! Auf der Nockalm habe ich mich sehr wohl gefühlt, das liegt auch an dem Wirtsehepaar. Eigentümer geführte Unterkünfte machen einfach mehr Spaß!

Ich stand vor der Frage, ob ich noch eine Runde durch die Nockberge drehe oder absteige. Ohne den Nockbergen nahe zu treten, aber sie sind einander sehr ähnlich. Wenn man auf einem war, ist man von dem nächsten nicht überrascht. Sie sehen halt aus wie Nocken, die man mit dem Esslöffel aus festem Grießbrei sticht und dann mit frischen Erdbeeren serviert – nein, die Berge ohne Erdbeeren! Mich erinnern die runden Kuppen sehr an die Highlands in Schottland. Erdgeschichtlich sind sie miteinander mehr verwandt als die Nockberge mit den Dolomiten – das „Tauernfenster“  lässt in das Grundgebirge schauen, in den Nockbergen Gneis und immer wieder Schiefer, in Schottland das alte europäische Grundgebirge aus Granit.

Und dann kam noch ein blödes Gespräch mit der Wirtin des Falkerthauses – dahin hätte ich die Nockbergrunde fortsetzen wollen. Nee, sie hätte keinen Platz, die Gruppen hätten seit drei Monaten reserviert. Das sind geführte Gruppen. Es ist ja schön, dass Menschen, die sich nicht allein in die Berge trauen, an die Hand genommen werden und als Wichtigstes, dass sie nicht überfordert werden. Wenn man nur fünf, sechs Stunden pro Tag plant, dann kommt man meistens an. Ich laufe aber acht bis zwölf Stunden und kann deshalb nie sicher sein, wohin ich es am nächsten Tag schaffen werde – schon gar nicht drei Monate vorher.

Also bin ich nicht noch eine lange Tour über die Berge nach Bad Kleinkirchheim gegangen, sondern, heute mal gemütlich durch das Tal.

Ein schöner Abstieg durch den Wald und dann über Almen. Da habe ich einen Bauer getroffen, der gerade seinen Zaun am ziehen war (oh, ist das rheinische Grammatik!).

Ein Draht war drin und ich fragte ihn, ob das wohl reichen würde. Er: „Für die Kühe schon, aber nicht für die Kälber – die haben soviel Lebenslust, die würden rüberspringen!“

Von dieser Lebenslust auf einer Bergwiese mit unendlich vielen Kräutern, kamen wir dann auf die Vermarktung. Obwohl das Fleisch anders – geschmackreicher und fester – schmeckt, wollen die Kunden nicht mehr zahlen – nicht für Lebensmittel, für Handys schon.

Die Kühe und Kälber, die ich hier auf den Bergwiesen sehe – ich denke, wenn ich zuhause bin, sollten wir überlegen, nur noch Haltungsform 5 (Bio) Fleisch zu kaufen. Wenigstens bergische Bergwiesen Rinder in den Topf.

Ab der Ebene Reichenau dann am linken Talrand im Wald entlang. – Ich komme etwas außer Atem. Nach Tagen in 1.800 – 2.200 Meter Höhe finde ich die Luft hier unten erdrückend heiß.

Dass ich noch den nächsten Talweg verpasse und auf dem Radweg an der Straße weiterlaufe und dann auch noch einen Kilometer am Hotel vorbei, ärgert mich erheblich.

Ich komme trotzdem gerade noch rechtzeitig im Hotel an, bevor der Regen mit heftigem Gewitter wieder das Regiment übernimmt.

Ein Kommentar

  1. Auch ich bin davon überzeugt, dass es richtig ist die Bauern zu unterstützen die ihre Tiere gut behandeln und damit auch uns, den Verbrauchern, ein qualitativ besseres Lebensmittel zur Verfügung stellen.

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