Alpenüberquerung Wien – Nizza, WN 6.08, 07.08.2026
16,9 km, 1.247 hm rauf, 768 hm runter, 6:00 / 7:22 h
Eine sehr schöne Tour mit einem herausfordernden Ende.
Ich bin früh losgekommen und habe die Ruhe am Morgen genossen.

Der Weg war etwas unentschlossen, erst bergab, dann der Aufstieg über die Almen zum Fenetre d’Ersaz, 2.290 m.
Der Weg ging sehr schön unter alten Lärchen und über Wiesen bergauf, dann teilweise am Hang. – Aber, wenn nicht für Menschen, so für die Kühe waren die Gefahrenstelle gut ausgebaut – hier sogar mit Eisengeländer. Der Ausblick war beeindruckend, wenn die Berge auch nicht mehr so hoch sind.

In einem großen, massiven Kalksteinblock hat sich ein echter „Steingarten“ gebildet.

Und ich bin wieder auf interessantes Gestein gestoßen. Kalkstein in kristallinem Gestein fast „verwoben“. Das sind zwei höchst ungleiche Geschwister, der Kalk ein Sediment, aber das kristalline Gestein hat durch Druck und Temperatur in der Tiefe eine Metamorphose durchlaufen und seine Gestalt verändert – warum aber ist der Kalk, Kalk geblieben und nicht zu Marmor geworden?

Ich wunderte mich, weshalb dieser Weg auf der Karte in der App die ganze Zeit als T3 markiert war – ich fand keine T3-Schwierigkeit. So ging es weiter bis zum Fenetre du Tsan, 2.775 m. Der Abstieg war zu Beginn steil und rutschig, aber das gab sich bald und in weitem Bogen ging es zu dem See, den man schon im Hintergrund sieht.

Dann ging es steil und blockig zum Col Terray, 2.775 m, hoch. Und dort änderte sich die Gestalt des Weges grundlegend. Enge, steile, rutschige Serpentinen, etwas ausgesetzt. Der Hang zum Tal hinunter jetzt richtig steil, die Querung der Bäche schon von Erosion gezeichnet. Es geht bergauf und dann wieder bergab, was ich ja weit weniger mag am Hang entlang. Als es zwischen zwei Klippen recht ausgesetzt wird, verschwindet der Weg aus der Horizontalen und es geht in sehr steilen Serpentinen auf uralten Stufen, mit teilweise riesigen Abständen hoch. Hoch gehen geht ja noch, ich möchte da nicht runter laufen müssen!
Und der Begriff „laufen“ ist durchaus angemessen, denn hier geht der TorX Traillauf entlang. Die Läufer müssen diesen Abschnitt also laufen!
Also für diesen Abschnitt finde ich T3 als Beschreibung der technischen Schwierigkeit angemessen.
Am Rifugio Cuney ist die Rundumsicht umwerfend.
Mich trennen noch drei Tage von Courmayeur – und ich brauche ein Antwort auf die Frage, ob ich vom Rifugio Frassati zum Col Malatrà nicht nur T3, sondern auch deine T4 Stelle auf mich nehme. Heute habe ich es, zwar angestrengt, aber gut geschafft.

