WN 1.3 – Markt Piesting nach Grünbach über die Hohe Wand

Gestern konnte ich im Abstieg schon die Hohe Wand sehen – ein eindrücklicher Kalkriegel.

Der Aufstieg war lustig. Erst tauchten vor mir Eisenleitern auf und am Fels ein durchgehendes Eisenrohr. Dann wurden die Leitern aber nicht mehr durch das Rohr, sondern durch Wurzeln ergänzt. Ich vermute, die Erbauer des Steiges haben solche Wurzeln der Bäume absichtlich freigelegt. Also beide Hände an die Wurzel, hochgeklettert und an die nächste Wurzel gegriffen. Die Wurzeln waren poliert. Davon habe ich natürlich keine Bilder, weil ich beide Hände für die Wurzel brauchte. – In der Kletterhalle werde ich von Griffen aus Holz abgeschreckt, aber dieses „Wurzelgriffset“ fand ich genial.

Von der Hohen Wand konnte ich tatsächlich den Neusiedler See sehen. Die Hohe Wand ist Klettergebiet, ich habe einige Kletterer getroffen mit Seil auf dem Rucksack (ja, das betrübt mich etwas, aber nicht dieses Jahr, nächstes wieder). Historisch sind zuerst Klettersteige eingerichtet worden. Überall stehen Hinweisschilder: Nur Geübte, Helm und Klettersteigset. Mein Abstieg war in Alpenvereinaktiv mit T 3 bewertet – aber das stand ein Schild: Klettersteig A. Angesichts der Behelmten, die mit ihren Klettersteigkarabinern klimperten, traute ich mich nicht .- Ich bin dann die Hohe Wand bis zum westlichen Ende gelaufen und dann einen Wanderweg abgestiegen nach Grünbach:

Eine Steinkohlebergbaustadt! Ab 1823 bis 1965 ist dort erst im Tagebau, schließlich mit drei Schächten auf 19 km Strecke Kohle abgebaut worden. Die Verhältnisse waren wohl so ähnlich schwierig wie an der Ruhr: Verwerfungen und nur wenig Flöze über einen Meter und dann hangend oder gar senkrecht. Nach dem Ende der Donaumonarchie gab es nur noch zwei Kohlebergwerke in Österreich und die Kohle wurde in den Gaswerken Wiens gebraucht. Mit ein Grund die Eisenbahn hierher zu bauen. Es gab üble Arbeitsbedingungen und viele Streiks. Das zeigt sich noch immer im Gemeinderat: 15 SPÖ und 4 ÖVP – FPÖ frei der Gemeinderat.
Es gibt auch ein Museum im Ort, aber das schaffe ich nicht, denn der Schneeberg wartet. Das wird knackig morgen!

3 Kommentare

  1. Danke für die vielen Details, so können wir ein bißchen mitreisen. Gerne weiter so. Wir sind schon gespannt auf morgen.

  2. Felsbrocken werfen kommt mir bekannt vor. Zum Glück war kein Kletterpartner in der Nähe.
    Bei TikTok werfen übrigens Hunderte Typen große Steine von Brücken, der Hashtag #ThrowingRocks hat bereits über vier Millionen Views gesammelt. Vielleicht der Beginn eines neuen Projekts? 😉 Wie Marion schon schrieb, bleib achtsam 👍

  3. Mist, das sollte unter den nächsten Post

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