Dolomiten – Zsigmondy Hütte – Abstieg nah Reane, Auronzo durch das Val Giralba

Alpenüberquerung Wien – Nizza, WN 4.03, 25.06.26

11.1 km, 261 hm rauf, 1.503 hm runter, 4:24 h

Heute morgen zum Frühstück der große Einbruch: Nachdem wir uns drei Morgende an dem reichhaltigen Buffet im Hotel Brandl gelabt haben,  schon gestern Abend der Hinweis: Müsli, 4,5 Euro Zuschlag. Richtige Wurst und echter Käse statt Streichwurst aus dem Alupäckchen und Schmelzkäse, 4,5 Euro Zuschlag. Kein Obst.

Ich bekomme immerhin ein Glas Wasser, dass ich mir zweimal auf der Toilette nachfüllen. Ja, es gab auch für jeden Sechsertisch zwei Croissant, zwei Crepes und zwei Stück Kucchen. Ein herber Rückschlag. Das Duschen sollte 7 Euro kosten. Im Gegensatz zu Christoph habe ich beschlossen zu stinken.

Aber, das muss auch gesagt sein, als ich gestern nach der Hauptspeise noch nicht satt war, bekam ich eine vollständige Portion Polenta mit Käse und Pilzen anstandslos.

Und trotzdem bleibt das Gefühl, dass einige Hütten ihre Lage und die Nachfragesituation deutlich anfangen auszunutzen.

Nach dem Frühstück hinauf in die Giralbascharte. Wir beschließen das Muren- oder Bergsturzfeld zu durchqueren. Gestern Abend hatten wir gesehen wie ein Paar auf der unmarkierte Umleitung durch ein Schrofengebiet versucht hat, dieses Feld zu umgehen – das sah nicht sehr attraktiv aus.

Oben in der Scharte ein überwältigender Blick in das Giralba Tal und die Erkenntnis, dass 1.500 hm runter lang werden können.

Anfangs ist der Abstieg auf einem klug angelegten Weg gut zu gehen, die Steigung ist moderat und bald gehen wir durch Wald und sind im Schatten. Als wir zum Taleingang kommen, liegt so wie oft ein Steilstufe vor uns, durch die der Fluss Giralba eine Klamm gefräst hat. Wir müssen wieder hoch, damit wir über der Klamm, hoch über dem Fluss, den wir tief unter uns rauschen hören, die Klamm umgehen können. Dann geht es mühselig, in steilen und engen Serpentinen bergab. Wir sind längst unter 1.000 m und spüren die drückende, schwüle Hitze. Als wir endlich am Talboden ankommen, endet der Waldweg an einer belebten Bundesstraße – genau gegenüber einer Bushaltestelle. Wir sind zwar nicht mehr in Südtirol und in keinem Touristengebiet, aber Dolomitibus kommt hier in Venetien nach 15 min und erspart uns 40 min an der heißen Straße nach Reane, einem Stadteil von Auronzo neben den Autos herlaufen zu müssen.

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