Alpenüberquerung Wien – Nizza, WN 5.04, 12.07.26
23,3 km, 605 hm rauf, 498 hm runter, 5:44 h
Geplant war es anders. Heute wäre der Aufstieg nach St. Martin dran gewesen. Aber dort oben habe ich keine Übernachtung bekommen. Also bleibe ich noch unten im Tal, genauer, an seiner nördlichen Flanke auf den Waalwegen.
Aufstieg, dann entlang am Waadweg. Solange im Waal Wasser fließt ist das wirklich heimelig. Ist das Wasser gestoppt, ändert sich sofort das Klima: Es wird wärmer, trockener und der Weg sieht wie alle anderen Wege auch aus, staubig. Heute ging es erst ziemlich hoch über den Steilwänden entlang, bis sich endlich der erste Waal dem Weg anschloss.

Ein viel kleinerer Waal als gestern, an dem aber auch sichtbar wurde wie viel Arbeit investiert werden muss, damit das Wasser fließen kann. Manchmal reicht eine Lehmwand, um das Wasser im Kanal zu halten. Dann wieder wird die Tal- und manchmal auch die Bergseite mit Steinplatten abgedeckt.

Bei dem ersten Waal heute sind auch Plastikrohre verlegt, wenn der Weg, weil es so eng ist, über dem Wasser geführt werden muss. Aber die Rohre sind für die Touristen gut getarnt, über den Einläufen liegen Steinplatten. Als an diesem Waal das Wasser abgeleitet wird und der Waal trockenfällt, geht es zu einem Weinberg an dem die Luxusvariante gerade fertiggestellt wurde: Steinplatten, rechts, links und unten und mit Zement verfugt.
Oh, diese Korrekturhilfe von Word im Internet ist anstrengend: Aus einem Waal macht sie das Großsäugetier Wal, aus verfugt, verfügt. – Sorry, ich bin nur für einen Teil der Fehler hier zuständig.
Der Vinschgau lässt sich nicht mehr romantisch fotografieren. Überall wo man hinblickt, schaut man auf grau-schwarze Netze unter denen sich die Apfel- oder Weinplantagen verbergen.

Als ich wieder absteigen muss und der Weg an der Staatsstraße zum Reschenpass entlangführt, weiche ich auf die andere Etschseite auf den Fahrradweg aus – den Via Claudia Augusta Radweg – das Römer so ein gutes Marketingargument sein können.
Grund des Ausweichmanövers und der Notwendigkeit abzusteigen: Hier beginnt das Schnalstal.

Zum Schluss noch ein auffallendes Gebäude in Latsch. Ich finde, das sieht gut aus, wenn auch die Idee, dass das Gebäude sich in dem Wasser ringsum spiegeln soll, offensichtlich gescheitert ist. Die Becken sind trocken.


