30,8 km, 1.271 hm auf, 1.300 hm runter, 7:47 h reine Gehzeit
Am Abend schon hatte ich das Frühstück erst für 8:00 Uhr bestellt, der von den Bauern gewünschte Regen ist da. Es regnet die Nacht durch und es regnet noch als ich losgehe – in voller Regenmontur mit Jacke und Hose. Deshalb plane ich erstmal nur das kurze Stück bis St Peter am Kammersberg zu gehen. Einen ganzen Tag im Regen lieber nicht.
Es ist schon das zweite Mal, dass sich ein Hirsch über mich aufregt. Er steht etwas 100 m schräg über mir auf einer Weide, als ich den Forstweg hochschleiche. Er ist so empört, dass ich da bin, dass er röhrt und röhrt und eine Minute lang bestimmt nicht aufhört – erst als ein Auto den Weg hochkommt verschwindet er schweigend im Wald. Also, wenn der sonst nichts zu tun hat!
Der Regen weicht feinem Niesel und ich pelle mich aus der Regenkleidung. Erster Abstieg nach St Peter. Ich gehe in den Ort hinein, aber alles geschlossen, das Cafe, die Gasthöfe. Ich frage einen Passanten, ob es wenigstens eine Bäckerei gibt, nein: „Tut mir leid, ich kann nicht dienen!“ – Ich bin über die Formulierung überrascht.
In dem geöffneten Lebensmittelladen stehe ich vor den Schokoladen und vergleiche die Kilopreise. Am billigsten ist das Sonderangebot von 24 Stück Toffifee – nehme ich mit zwei zusätzlichen Ritter Sport und einen halben Liter Süßbrause – ich werde langsam maßlos.
Nirgends ein Café oder wenigstens Unterstand in St Peter. Ich setze mich im Nieselregen auf eine Bank an der Straße und verkrieche mich in meine Regenjacke: Ich muss etwas essen und beginne mit 12 Toffifee. Denn es ist längst klar, ich gehe weiter.
Die Forststraße hinauf zur Stolzalm ist steil, steiler als die Straßen sonst. Ich mühe mich durch die endlosen Serpentinen. Der Regen hat die Straße aufgeweicht, ich versinke häufig zwei Zentimeter tief in dem Schlamm. Nach gut zwei Stunden brauche ich eine Pause und esse die nächsten 12 … Gut, die Semmeln vom Frühstück habe ich auch noch gegessen. Endlich endet die Straße und es geht über eine schöne Alm steil bergauf. Weil es einen Kamm bergauf geht, denke ich immer, ich sehe schon den höchsten Punkt. Bin ich dann da, sind noch höhere Baumwipfel zu sehen, sehr motivierend!

Endlich der Gipfel, aber ich will noch zu einer Kapelle mit einem „historischen Wegekreuz“ wie es in der App heißt. Leider ist die zweimal einsfünfzig große Kapelle verrammelt, ein Gitter und Glas ermöglichen kaum einen Blick nach innen. Wie ein Paparazzi schiebe ich das Handy durch einen Spalt und mache ein Foto von dem, was ich nicht sehen kann.

Dann beginnt der über 1.000 hm lange Abstieg wieder auf einem alten Handelsweg. Dazu schreibe ich aber gleich in einem eigenen Artikel noch mehr.

