Alpenüberquerung Wien – Nizza, WN 5.11, 19.07.26
13,6 km, 595 hm rauf, 1.537 hm runter, 4:08 / 4:54 h
Ich bin zügig losgekommen und konnte noch in der morgendlichen Kühle den Aufstieg beginnen.

Blick zurück auf die Rif Malghera und im Hintergrund der Pass, über den ich gestern gekommen bin.
Gestern war ich etwas erstaunt, dass im Bergsee Forellen geangelt werden können. Aber auch im Lago di Malghera sind kleine Forellen ausgesetzt.

Sucht die Forellen …
Im nächsten See waren Kaulquappen auf deutlich über 2.200 m – können da Frösche überleben?
Wieder stolpere ich über Marmor.

Ein schöner Stein an dem sichtbar wird, dass die Marmordecke fest mit der kristallinen Decke verbunden ist.

Noch mehr Marmor!
Der Aufstieg zum Passo die Malghera (I) / Sassiglion (CH), 2.542 m, ist im unangenehmen Teil durch eine Treppe entschärft.

Im Abstieg treffe ich auf schweizer Ehepaar, sie sammelt Thymian für das abendliche Lamm. Aber erst noch gehen sie zum Mittagessen über den Pass zur Rif Malghera. – Ich bin beeindruckt, da ich heute nur eine Strecke, von Malghera nach Ponteschiavo, schaffe.
Sie erzählen mir, dass diese Alm, auf der wir stehen in den letzten Jahren durch Starkregen, der Muren ausgelöst hat – des aus Kalk bestehenden Berges im Hintergrund – vollständig zerstört wurde und nicht mehr bewirtschaftet wird.

Außerdem beeinträchtigt der Wolf die Schafhaltung, weshalb jetzt die Weiden überall mit Elektrozäunen gesichert werden müssen.

Noch führt der Pfad oberhalb von Weiden an einer Steilstufe lang, dann aber geht es über Almstraßen nach unten – etwas langweilig. Bald sticht mich der Hafer und ich entdecke einen alten Weg, der auf einem Kilometer 400 hm senkrecht absteigt. Da qualmen die Socken, aber der steile Weg macht Spaß.
In der Unterkunft gibt es hervorragendes Eis, obwohl der Preis in Schweizer Franken schon atemberaubend ist.
Ich bin früh in der Unterkunft und habe genügend Zeit heute und am Ruhetag morgen, den Abschnitt bis zum Lago Maggiore zu organisieren. Wie immer ist es bei einigen Unterkünfte schwierig, eine Reaktion zu erhalten, das nervt. Eine Wirtin versteht kein Englisch, sie will eine Email, auf die sie aber nicht reagiert. Ich bin Mal gespannt, ob ich das übernachten kann. Am Ruhetag kaufe ich noch ein wenig ein und gehe zum Bahnhof.

Gerade ist der Bernina Express angekündigt, der prompt fünf Minuten Verspätung hat – das in der Schweiz! Der fährt von St. Moritz über den Bernina Pass, 2.253 m, nach Tirano in Italien. Eine der steilsten Adhäsionsbahnen der Welt mit 7,2 % Neigung. Wie steil das ist, kann man gleich an der Ausfahrt aus Poschiavo nach Norden sehen.


Die Bernina Bahnstrecke bin ich mal mit einem regulären Zug gefahren, als ich den Biancograt machen wollte. Letzteres hat nicht geklappt, aber die Bahnfahrt war spektakulär. Ich erinnere mich an eine Stelle wo der Zug aus einem Tunnel kommend direkt auf eine Brücke fährt, nur um auf der anderen Seite direkt wieder in den nächsten Tunnel zu fahren. Ich glaube da gibt es auch ein kreisförmiges Viadukt, das sich selbst überquert.