Vinschgau: Von Girlan nach Völlan – mit der Via Claudia Augusta

Alpenüberquerung Wien – Nizza, WN 5.01, 10.07.26

27,7 km, 866 hm rauf, 623 hm runter, 5:33
Um 15:30 Uhr noch 33 Grad auf 700 m

Girlan stand nicht auf dem Plan. Aber als ich den richtigen Busfahrplan an der Haltestelle in Bozen lese, verstehe ich, dass der Bus um 8:05 Uhr zwar auch nach Kaltern fährt, aber nicht über Frangart. Der nächste Bus nach Frangart eine halbe Stunde später – und es ist jetzt schon in Bozen drückend heiß.

Also steige ich in den Bus um 8:05 Uhr, der nicht in Frangart hält und suche mir eine neue Tour zusammen. Dann eben in Girlan aussteigen und dort losgehen. Ist etwas höher, aber auch weiter und mit deutlich mehr Höhenmetern, denn ich wollte von Frangert aus unten im Tal bleiben bis Andrian: Apfelplantagen bewundern.

Statt Apfelplantagen Weingärten. Einer an der Straße geschmückt mit Sonnenblumen. Aber Girlan war eine weniger gute Option – ich hätte bis St. Pauls im Bus bleiben sollen. Ich gehe auf Asphalt. Steil bergab geht es dann auf einem verfallenen, steinigen Verbindungsweg, endet aber schnell wieder auf Asphalt. Ich unterquere eine ausgebaute Staatsstraße und steige auf Asphalt hoch nach St. Pauls. Dann geht es in der beginnenden Hitze noch eine Weile auf Asphalt weiter, bis neben der Straße am Hang über den Weinbergen und Apfelplantagen ein Fußweg beginnt.

Ab Missian bis Andrian geht es durch einen schönen Wald, bis Nals wieder … Dann aber in Nals führt ein original Römischen Plattenweg steil den Berg hoch. So original, dass man an dem Weg nichts verbessern darf.  Die Via Claudia Augusta, ganz original.

Erfreulicher Weise wollten die Archäologen den Weg nicht zu Ende bis nach ganz oben gehen, so dass als die umkehrten, leichte Ausbesserungen des Weges möglich waren. So sieht der Weg doch viel „römischer“ aus und nicht wie ein Steinbruch!

Danach wieder Asphalt, der den originalen Weg unter sich begraben hat. Und weil die Apfelplantagen wichtiger sind, folgt die Straße auch nicht der original Streckenführung. Es geht steil nach oben, auf …. Dann plötzlich steil bergab und auf einen Schotterweg, der tatsächlich in den Wald führt. Eine erste kleine „römische“ Brücke – mit einer Seitenabstützung aus grobem Beton, da haben die Archäologen etwas übersehen. Und es geht weiter bergab, vor Völlan muss ein Fluss in einer Schlucht überquert werden, beim Obermühlhof – wo sich auch gleich eine große „römische“ Brücke befindet. Die lässt sich aber dort unten überhaupt nicht fotografieren, zu viele Bäume, sorry. Beide Brücken sind in der Antike und im Mittelalter schriftlich verbürgt. Es geht noch einmal hoch und ich bin in Völlan. Das Thermometer zeigt um 15:30 Uhr 33° und das auf 700 m.

Ich bin froh, dass ich aus Bozen weg bin, da wird es noch heißer sein. Ich bin durstig und voll durchgeschwitzt, aber meine Stimmung ist wieder etwas besser. Weg liegt vor mir, ich geh den jetzt halt. Punkt.

Der Blick zurück auf eindrückliche Gewitterwolken. Ist das der Rosengarten in der Mitte ganz im Hintergrund?

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